Kreativ

Macht Einsamkeit Kreativ?

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In Gedanken versunken sitze ich hier und schaue trüblos aus dem Fenster, es schneit ununterbrochen.

Umso mehr ich den Schneeflocken beim Fallen zuschaue, bemerke ich, wie ich mehr und mehr in kreative Gedanken komme.

Was wäre, wenn wir keine Bilder erstellen könnten, wären wir jetzt genauso weit in unserer persönlichen Entwicklung? Ich denke mir, wie wichtig es doch ist, Bilder aus Momenten entstehen zu lassen. Momente in denen wir uns gar nicht bewusst sind, wie sehr sie eigentlich in irgendeiner weise später wichtig sein können.

Ein Bild aus damaligen Zeiten anzuschauen und zu reflektieren. Die Erweckung von einem Zeitstrahl, dem wir wieder auf die Schliche kommen. Eventuell hilft es uns, über Dinge die damals waren nach zu denken.

Dabei spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie sie aufgenommen wurden. Ich habe mich dabei selbst erwischt, dass meine Erwartungen immer viel zu perfekt sind, wenn es um das Umsetzen des Fotos geht. Ich stelle mir vor das dies oder jenes Foto nur mit Gegenlicht und mit offener Blende mit viel Hintergrundunschärfe seinen Kontext erwirkt.

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Meine Schullandheim Bilder in der 5. Klasse sind alles andere, was aktuell meinen perfekten Vorstellungen entspricht. Damals habe ich mit einer Kodak Advantix 2100 fotografiert. Mein Wissen über Fotografie glich einem leeren Blatt. Und doch habe ich aus heutiger Sicht sehr wertvolle Fotos aus Momenten gemacht, die in meiner Erinnerung schon längst vergessen war. Ich möchte damit sagen, es muss nicht immer ein Sonnenuntergang, ein Urlaub in der Karibik sein oder die vermeintlich offensichtlichen schönen Dinge. Es sind die kleinen Dinge im Leben die einen im Nachhinein zu großen Verkettungen von tollen Erinnerungen hervorrufen.

Und ich würde hier eher die eigenen persönlichen Aktivitäten priorisieren zu dokumentieren. Für mich sind es Denkweisen in damaligen Zeiten, die an den Fotos haften, um sie mit meinen Heutigen zu vergleichen. Klingt irgendwie sehr deep, aber es ist für mich eine schöne Art, meine persönliche Entwicklung zu betrachten. Es ist, wie Quartett spielen man vergleicht zwei Zeiten in den unterschiedlichsten Attributen. So kann ich für mich feststellen, wie weit ich mich, von meiner Vorstellung, ICH zu sein, entfernt/verändert habe.

Um auf die Überschrift zurückzukommen, ich verspüre nur alleine eine gewisse Kreativität, wenn mich eine Hülle von schweigen umgibt. Schweigen, das mich komplett in Themen eintauchen lässt. Freie Gedanken, die meine Fotografie beflügeln lässt.

Kann es nur jedem empfehlen, sich mehr Zeit zu nehmen ohne, dass einem die ganzen Medien um die Ohren fliegen. Du wirst merken, wie dein Gehirn anfängt zu abstrahieren. Durch zu viel Input verkopfen wir uns und sehen nicht mehr die Einzelheiten.

Einzelheiten die in bestimmten Zeiten wichtig werden könnten.

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